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Text sells!

Mai 18, 2007 · 2 Kommentare

Vor einiger Zeit habe ich einmal den Copytest von Springer und Jacoby gemacht. Besonders gut hat mir die zweite Aufgabe gefallen:

„Schreibe zu einem der beiden Themen eine Longcopy von mindestens 2000 und höchstens 3000 Anschlägen. Wenn sich der Leser wünscht, dass der Text noch länger wäre, hast du deinen Job gut gemacht.
1. Die Sommergrippe – der unterschätzte Freizeitspaß.
2. Wild und romantisch – über die Schönheit der Mathematik.“

Und jetzt lest selbst und urteilt.

Wild und romantisch – über die Schönheit der Mathematik.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Noch bevor er richtig schreiben konnte, träumte er von ihren gleichschenkligen Dreiecken und kreierte nicht nur im Traum spitze Winkel. Er verehrte, ja, vergötterte sogar ihre lieblichen, beiden Katheten, die oberhalb ihrer niedlichen Hypotenuse lagen. Viele schienen sein Hobby für trockene Materie zu halten. Er aber wusste es besser. Diese blinden Narren hatten einfach kein Gespür für echte Sinnlichkeit. Doch auch wenn er im Grunde von der Reinheit seiner Leidenschaft überzeugt war, zweifelte er im Laufe der Jahre des Öfteren an seiner Obsession. War es denn Sünde, dass er so analytisch fixiert war? Nein, nein. Unrein war seine kleine Schwäche nicht. Im Gegenteil. Seine Gefühle waren ehrlich. Er fühlte sich sogar so stark zu ihr hingezogen, dass er selbst vor ihren periodischen Problemen nicht zurückschreckte und auch diese Aufgabenstellungen problemlos meisterte. Seine Fähigkeiten auf diesem Terrain waren so zahlreich, dass er sie durchnummerieren musste. Eine besondere Herausforderung war dabei die 69, denn hier zeigte er zum ersten Mal sein Können einem fachkundigen Publikum. Von weit her waren sie gekommen, um ihn in Aktion zu sehen. Da er als Wunderkind galt, wollte man ihm ein Stipendium geben, wenn er eben diese delikate 69 zu lösen vermochte. Diese pikante Aufgabe verlangte Ihm alles ab. Höchst konzentriert schritt er zur Tat. Er wusste, dass wenn er die Spannung nicht lange genug aufrechterhielte, er zweifellos eine unerwartete Stoßfunktion erleiden müsste. Denn gerade, wenn die Lösung offensichtlich erschien – so hatten es ihn seine Erfahrungen gelehrt – bestand die Gefahr, die Lage falsch einzuschätzen. Trügerische Sicherheit war darum sein größter Feind oder besser Nebenbuhler. Meist siegte er gegen diesen fiesen Gegner, doch es gab auch Fälle in denen er auf die schiefe Asymptote geriet. Fast wäre ihm dies auch bei der 69 passiert: Im Sinnesrausch hätte er seinen Hebel beinahe an der falschen Stelle angesetzt. Kaum vorstellbar wären die Folgen gewesen. Infinitesimale Folgen wären geradezu im Unendlichen konvergiert. Aber dann zog er die Wurzel gekonnt aus dem Gewirr und ging so doch noch als potenter Lösungsfinder aus der Affäre hervor. Befriedigt war auch sein Publikum, das sein intellektuelles Treiben auf der Bühne gebannt verfolgt hatte. Endlich war er am Ziel seiner Träume und bekam das Stipendium für sein Studium der Mathematik an der Harvard University. Dort erforschte er all ihre faszinierenden Seiten und hatte dabei ein kleines Abenteuer mit der lieben Algebra. Doch das ist eine andere Geschichte.

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2 Antworten bis hierher ↓

  • Peter Wagner // Mai 20, 2007 um 9:43 | Antworten

    Hallo Florian,

    toll, dein Blog. Gute Themenmischung – ich glaube, ich will so was auch…
    Sehr gut gefallen hat mir der Mathe-Artikel – was sagt S&J dazu?
    Eine Frage noch zum Schluss: gibt das keinen Ärger mit den Beatles-xouTube-Video?
    Ansonsten: Ich werde in Zukunft öfter deine Seite aufmachen und das Neusete darin lesen,
    viele Grüße
    Peter

  • Andreas Herrmann // November 24, 2007 um 1:50 | Antworten

    Gute Idee!!! :O)

    Über Copytess und Co. ist ganz sicher schon viel geschrieben worden, aber selten so lebendig wie hier!

    Mach weiter so, damit ein bisschen Stimmung in den Tristen Alltag geblasen wird!

    Herzhafte Grüße!

    Andreas Herrmann :O)

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