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Die Männer, die Gott verklagten.

September 23, 2007 · 1 Kommentar

Senator Ernie Chambers und Schauspieler Billy Conolly

„Da die Zerstörung Ihres Fischerbootes auf >höhere Gewalt< zurückzuführen ist, kann unsere Versicherung leider nicht für den entstandenen Schaden aufkommen“, so lautet sinngemäß die Anwort einer Versichungsgesellschaft auf das Gesuch des Ex-Anwalts und Fischers Steve Myers, gespielt von Billy Conolly. Daraufhin verklagt der streitbare Myers die weltliche Vertretung der „höheren Gewalt“ auf Erden: die Kirche. Es folgt ein irrwitziger Prozess, an dessen Ende ein etwas kitschiges Ende steht. Dennoch ist „Der Mann, der Gott verklagte“ allein schon wegen Billy Conolly wirklich sehenswert. Wer also Augen hat zum Sehen, der sehe sich diesen Film an. Wem dieser Streifen jedoch zu hanebüchen erscheint und seine Zeit nicht mit diesem fiktionalen Firlefanz vergeuden möchte, kann alternativ einfach einen Blick in die Tagespresse werfen.

Denn jüngst wurde tatsächlich in den USA nicht nur die Kirche, sondern gleich Gott verklagt. Bei dem Kläger handelt es sich debei um keinen geringeren als den Senator Ernie Chambers vom Parlament in Nebraska:

Er beschuldigt Gott, für terroristische Drohungen verantwortlich zu sein, Angst zu schüren und „unter Abermillionen von Erdbewohnern Tod, Zerstörung und Terror“ verbreitet zu haben. Gott habe Wirbelstürme, Überschwemmungen und Tornados verursacht, erklärte der bekennende Agnostiker. Als Ziel der Klage gab Chambers eine Einstweilige Verfügung gegen Gott an. (Quelle: Spiegel Online, Stand 23. September)

Mittlerweile hat „Gott“ mit einem Brief auf die Anschuldigungen geantwortet. Das Urteil des „hohen Gerichts“ von Nebraska steht noch aus – aber eines ist jetzt schon klar: der Irrwitz der Realität schlägt den fiktionalen um Längen. Auch wenn Billy Conolly einfach göttlich ist

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Update (Quelle, Stand 17. Oktober 2008: www.spiegel.de)

Nebraska – Ein US-Gericht wies die Klage gegen Gott ab, weil der Beschuldigte keine Adresse habe, an die die Anklageschrift gesendet werde könne, berichtet die BBC. Der frühere Senator Ernie Chambers, der die Klage eingereicht hatte, kündigte an, gegen die Entscheidung anzugehen.

Chambers hatte 2007 geklagt, weil Gott ihm und den Bewohnern Nebraskas Angst gemacht und „unter Abermillionen Erdbewohnern Tod, Zerstörung und Terror“ verursacht habe. Richter Marlon Polk begründete seine Ablehnung des Prozesses damit, dass ein Beschuldigter die Möglichkeit haben müsse, die Anklageschrift zu lesen und das sei ohne Zustelladresse nicht möglich.

Ernie Chambers sieht das allerdings anders. Das Gericht habe die Existenz von Gott anerkannt – und damit auch seine Allwissenheit. „Und wenn Gott alles weiß, hat er auch die Anklage mitbekommen“, so Chambers laut BBC.

Chambers, der 38 Jahre Senator in Nebraska war, will mit seiner Klage die abstrusen Seiten des amerikanischen Rechtswesens deutlich machen, in dem „jeder jeden verklagen kann, sogar Gott.“

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