“Da die Zerstörung Ihres Fischerbootes auf >höhere Gewalt< zurückzuführen ist, kann unsere Versicherung leider nicht für den entstandenen Schaden aufkommen”, so lautet sinngemäß die Anwort einer Versichungsgesellschaft auf das Gesuch des Ex-Anwalts und Fischers Steve Myers, gespielt von Billy Conolly. Daraufhin verklagt der streitbare Myers die weltliche Vertretung der “höheren Gewalt” auf Erden: die Kirche. Es folgt ein irrwitziger Prozess, an dessen Ende ein etwas kitschiges Ende steht. Dennoch ist “Der Mann, der Gott verklagte” allein schon wegen Billy Conolly wirklich sehenswert. Wer also Augen hat zum Sehen, der sehe sich diesen Film an. Wem dieser Streifen jedoch zu hanebüchen erscheint und seine Zeit nicht mit diesem fiktionalen Firlefanz vergeuden möchte, kann alternativ einfach einen Blick in die Tagespresse werfen.
Denn jüngst wurde tatsächlich in den USA nicht nur die Kirche, sondern gleich Gott verklagt. Bei dem Kläger handelt es sich debei um keinen geringeren als den Senator Ernie Chambers vom Parlament in Nebraska:
Er beschuldigt Gott, für terroristische Drohungen verantwortlich zu sein, Angst zu schüren und “unter Abermillionen von Erdbewohnern Tod, Zerstörung und Terror” verbreitet zu haben. Gott habe Wirbelstürme, Überschwemmungen und Tornados verursacht, erklärte der bekennende Agnostiker. Als Ziel der Klage gab Chambers eine Einstweilige Verfügung gegen Gott an. (Quelle: Spiegel Online, Stand 23. September)
Mittlerweile hat “Gott” mit einem Brief auf die Anschuldigungen geantwortet. Das Urteil des “hohen Gerichts” von Nebraska steht noch aus - aber eines ist jetzt schon klar: der Irrwitz der Realität schlägt den fiktionalen um Längen. Auch wenn Billy Conolly einfach göttlich ist.






1 response so far ↓
kosmopolit // Oktober 1, 2007 at 8:35
Gott ist ja auch keine “juristische Person” und hat “keine Adresse” ….so lautete eine Urteilsbegründung in Rumänien: http://www.welt.de/vermischtes/article1018608/Mann_verklagt_Gott_-_und_verliert_Prozess.html
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