Oder: wie man es besser nicht tut!
Tja, was haben wir Männer nicht alles Gute für die Menschheit getan?! Wir machten das Feuer nutzbar, wir entdeckten Kontinente, das Rad und aus unserer Rippe wurde die Frau geschaffen (tja, nobody is perfect …
) Zu guter Letzt erfanden wir auch noch den Eierkocher.
Warum ich diese Erfindung in einem Atemzug mit den großen Innovationen der Menschheitsgeschichte nenne? Weil ich gerade in einem fatalen Zusammenspiel von größtem Hunger und Ungeduld ein Massaker in meiner Küche anrichtete! Ein Eierkocher hätte mich vor dem folgenden Chaos bewahrt: Auf der Suche nach etwas Essbarem durchstöberte ich meinen - zugegeben - sehr übersichtlichen Kühlschrank-Inhalt. Neben ein paar ehemals frischen Tomaten und einer halb vollen Margarine fand ich noch zwei Eier. “Ei, wie lecker!”, dachte ich und malte mir schon in Gedanken einen köstlichen Snack mit Eiern und Senf-Dipp aus. Weil meine Töpfe dreckig waren und ich befürchtete aufgrund von Magenkrämpfen die Zeit des Spülens nicht unbeschadet zu überstehen, wagte ich ein riskantes Manöver: Ich beschloss meine Eier im Wasserkocher zuzubereiten. “Schon innerhalb von wenigen Minuten müssten die beiden Gaumenfreuden zum Verzehr bereit sein”, vermutete ich. Gesagt, getan.
Doch schon beim ersten Ei unterlief mir ein kleines Missgeschick. Ich hatte wohl die abbremsende Wirkung des Wassers nicht richtig berechnet bzw. die Fallhöhe des Eies zu hoch angesetzt, denn ich hörte nur ein leises “Klack” und schon trat munter Dotter aus. Ganz “verdottert” schmiss ich auch noch das zweite Ei kaputt - aber das bemerkte ich nicht sofort. Denn ich hatte mich zur Entspannung auf mein Sofa zurückgezogen, um mir mit dem abendlichen Fernsehprogramm die Zeit des Wartens so angenehm wie möglich zu gestalten. Nach drei Minuten ging ich zurück in die Küche. Der Anblick, der sich mir dort bot, glich einem Schlachtfeld nach dem Angriff des Blob: Auf meiner Küchenarbeitsfläche waberte ein schäumendes Blubbermonster, das wild fauchend Stücke von halb flüssigem Ei und Brüchstücke von Eierschalen spuckte. Todesmutig griff ich durch den Schaum hindruch zum Stromkabel und entriss dem Eier-Blob seinen Lebenssaft. Aus die Maus. Das Monster war Tod, mein Küche halbwegs gerettet. Aber wie das bei großen Abenteuern immer so ist, zahlt der Held immer auch die Zeche: Mein Hunger wird an diesem Abend wohl nicht mehr gestillt werden. Doch dieses Opfer bringe ich gerne - für die Befreiung meiner Küche vom Eierschaum-Monster und zum Ruhme des Eierkochers.




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