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Meine Träume sind wirr. Ich sehe, wie ich in einen schwarzen Turm eindringe. Wo ist Funny? Ich laufe die Treppen immer weiter hinauf. Hinter mir höre ich Schreie, die auf keinen Fall menschlich sein können. Sie klingen wie Dämonen der Vergangenheit. Der Geruch von verbranntem Fleisch liegt in der Luft. Ich atme Blut. Aber wo ist Funny?
„Funny!“
Ich wache schweißgebadet auf. Mein Schädel brummt als hätte eine Gruppe wilder Polka-Tänzer darauf gesteppt. Dennoch quäle ich mich aus den Federn, kratze mich und gehe ins Bad. Während ich mich erleichtere denke ich darüber nach, wie ich meinen Rausschmiss bei Lilly & Pinki Funny wohl erklären kann. Dabei fällt mir ein, wie ich sie vor Jahren kennen gelernt habe.
Einst war Funny eine erfolgreiche Vampirjägerin. Als Lady Mercyless war sie der wandelnde Albtraum der Blutsauger. Gnade war für sie ein Fremdwort. Bei ihrer Jagd nach Vampiren war sie geradezu wie besessen. Eine Bestie. Sie hasste einfach alles, was an den Hälsen der Menschen nippelte. Vermutlich würde das jeder, der hätte mit ansehen müssen, wie eine Horde Nazi-Vampire die eigene Familie leer geschlürft. Funny machte also Jagd auf die Mörder Ihrer Liebsten.
Zum ersten Mal trafen wir uns in Papua. Ich jagte den Hohepriester der Menschenfresser-Pygmäen und sie den Grafen Arnulf von Greifenbach. Ein kosmischer Zufall wollte es, dass sich unsere Wege hier am Ende der Welt kreuzten. Gerade als ich dem Hohepriester den hässlichen Kopf von den Schultern riss, sah ich aus den Augenwinkeln wie Funny den Grafen stellte. Aber von Greifenbach war ein alter Vampir. Und Vampire werden nicht alt, wenn sich nicht zu überleben wissen. Er spulte sein gesamtes Repertoire ab von Drohungen bis hin zu weinerlichem Flehen. Funny hatte eigentlich alles richtig gemacht und wollte ihm mit Ihrer Holzpflock-Armbrust den Rest geben. Aber der Graf hatte durch sein Gesäusel genug Zeit gewonnen, um unbemerkt seine langen gelben Finger nach einem Säugling auszustrecken und ihn als Schutzschild zu missbrauchen.
„Ha ha ha har! Na los, Lady Mercyless. Schieß doch! Aber den Säugling nehme ich mit!“ zischte der Vampir und schleuderte das schreiende Baby in den Abgrund. „Neeeeein!“, schrie Funny und versuchte das Kind zu retten. Doch es war zu spät. Der kleine Schreihals war tot und der Vampir geflohen. Dieser Schock führte bei Funny zu einer Art von posttraumatischem Gedächtnisschwund – zumindest meinten das die Ärzte der heiligen Van Helsing Bruderschaft. Ich weiß nicht, was das heißt. Jedenfalls lehnt Funny seitdem Gewalt und Waffen katagorisch ab. Um mit Ihr zusammen zu sein, musste ich Ihr versprechen, dass ich auch meinen Job an den Nagel hängen würde. Ich tat es. Denn ohne sie wollte und konnte ich nicht mehr leben.
Zurück im Jetzt. Was soll ich tun, um unser Leben zu finanzieren? Klar, Funny verdient auch etwas, aber das reicht nie für uns beide. Ich könnte zwar wieder arbeiten gehen, aber fürs erste habe ich von stickigen Büroräumen genug. Aber Geld brauchen wir. Doch woher? Woher nehmen, wenn nicht stehlen … STEHLEN! Das ist es: Ich werde eine Bank ausrauben. Sie haben uns alle ohnehin jahrelang beklaut. Die aktuelle Bankenkrise macht es deutlich. Schon bald ist Zahltag!




2 Antworten bis hierher ↓
Das Mord-und-Totschlag-Mysterium (Teil 3) « FloNet // Januar 27, 2009 um 12:04 |
[...] Fortsetzung folgt … [...]
Ben // Januar 27, 2009 um 1:33 |
Eine Horde Nazi-Vampire! Ich schmeiß mich weg
Ich hoffe Funny überwindet irgendwann ihr Trauma