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Das Mord-und-Totschlag-Mysterium (Teil 7)

Januar 30, 2009 · 1 Kommentar

Meine erste Nachtschicht beim Sicherheitsdienst der Global Bank. Heute werde ich es tun. Danach werden unsere Geldsorgen fürs erste gelöst sein. Funny und ich könnten uns endlich anderen Dingen zuwenden. Um Punkt Acht betrete ich Bank. Meine neuen Kollegen begrüßen mich herzlich. Sie können ihren Feierabend kaum erwarten. Sie zeigen mir die Umkleide und den Überwachungsraum und verabschieden sich sofort.

Als ich die Uniform anlege und mich im Spiegel betrachte fühle ich mich wie T. J. Hooker. „Aber auch Du wirst mich heute nicht verhaften!“ sage ich zu meinem Spiegelbild und lächle ein zynisches Lächeln. Zu schlau werde ich vorgehen, zu gerissen, man wird mich niemals fassen. Ich weiß zwar noch nicht wie ich den Haupttresor knacken soll, aber irgendwie werde ich es schon hinkriegen.

Um halb Zehn mache ich meinen ersten Rundgang durch die Bank. Meine Schuhe quietschen auf dem sündhaft teuren Mamorboden. „Dahin fließen also die Ersparnisse der Kunden“, denke ich und werfe einen Blick in die Schalterhalle. Keine Menschenseele ist zu sehen. Gut so! Denn niemand soll mich heute Nacht bei meinem Vorhaben stören. Mein nächster Gang führt mich in die Küche. Nur ein kleiner Schnaps für die Nerven. Ich brauche schließlich eine ruhige Hand und das Rauchen habe ich mir vor Jahren schon abgewöhnt. In einem der hinteren Küchenschränke werde ich schließlich fündig. Ich packe die Flasche ein, hole meine Werkzeugtasche aus dem Spint und gehe zum Haupttresor in den Keller.

Fast majestätisch steht er vor mir. Ein Kunstwerk der Sicherheitstechnik aus poliertem Stahl. Zwei Schlüssel braucht man, um das Ungetüm aufzubrechen. Doch ich habe keinen von beiden. Zuerst versuche ich es also mit meinen alten Ditrichen. Sie brechen alle ab. Wütend schmeiße ich das nutzlose Bündel in die Ecke. Verdammt! Vielleicht hätte ich doch mein Vorgehen genauer planen sollen. Jetzt kriege ich dieses Mistteil nicht auf! Ich krame in meiner Werkzeugtasche nach etwas Brauchbrem. Der Eisenhammer – zu stumpf, das Dynamit – zu laut, der Schweißbrenner – …

In diesem Moment höre ich ein Klirren auf dem Boden aus der oberen Etage. So als ob Glassplitter auf den Boden bröseln. Wer mag das sein? Ich schleiche langsam nach oben. Taschenlampe und Pistole im Anschlag. Da sehe ich einen großen Schatten ungefähr drei Meter vor mir vorbei huschen. Was war das?! Ich leuchte in die Richtung. Vor mir sitzt ein dunkles Stoffknäuel. Als ich näher komme, fängt es an zu fauchen.

„Ok, das war’s! Hände über den Kopf und langsam hervor treten!“
Das Ding reagiert nicht.
„Los jetzt! Beweg Dich!“
Ich mache einen Schritt auf die mysteriöse Gestalt zu. Ich kann seine spitzen, grauen Ohren erkennen. Sein kahler Schädel reflektiert das Licht der Taschenlampe und blendet mich ein wenig. Was für ein Ding mag das da nur sein?!
Bevor ich noch einen Schritt auf die Gestalt zugehen kann, höre ich ein hektisches Rascheln in der Luft. Es kommt näher. Rasch näher. Aus dem Rascheln wird Geflatter und nur wenige Sekunden später bin ich von einer Horde Fledermäuse umgeben. Mit ihren kleinen scharfen Klauen zerfetzen Sie meine Uniform innerhalb weniger Augenblicke. Dann krallen die Biester mir ins Fleisch und ziehen mich nach oben. Wie ein dicker schwarzer Nebel umschwirren mich diese Ausgeburten der Hölle. Die Schmerzen sind übermenschlich. Längst habe ich mein ursprüngliches Vorhaben vergessen und ein neues Ziel gewählt: Diese Blutsauger zu vernichten. Ja, richtig, es handelt sich um Vampire!
„Wen haben wir den da?“ fragt er dunkle Schatten mit den spitzen Ohren.
Der Fledermaus-Nebel löst sich auf. Jetzt erkenne ich, wer zu mir spricht.
„GREIFENBACH!“
„Graf von Greifenbach,Führer der Vampire. Bitte, so viel Zeit und Anstand solltest selbst Du haben …“ er blickt auf mein Namensschild „Werteis??? So nennst Du dich heute?? Naja, wenigstens hat mein Erzfeind sich mal endlich einen Namen zugelegt. Früher als wir uns bis aufs Blut bekämpften – hihi – musste ich meine Vasallen immer den Mann ohne Namen jagen lassen. Diese Zeiten sind nun vorbei. Dein Leben übrigens auch. Aber keine Sorge, so schnell machen wir hier noch nicht Schluss. Weißt Du überhaupt, warum wir hier sind? Jetzt wo Du nichts mehr dagegen tun kannst, kann ich es Dir ja ruhig sagen: Wir möchten meine Geliebte Erzsébet von ihrem Todesschlummer erwecken. Doch wir brauchen Geld, viel Geld, um die nordkoreanischen Ärzte zu bezahlen!“

Mein Blut gefriert. Ich muss ihn und seine schwarzen Horden aufhalten. Auf keinen Fall darf er die Blutgräfin wieder zum Leben erwecken. Die Königin der Finsternis! Schon bevor Erzsébet Báthory ein Vampir wurde, galt sie als die berüchtigste Serienmörderin ihrer Zeit. Noch heute ist ihre Tötungsserie unerreicht. Auf 650 bestialische Morde an jungen Frauen soll sie es laut eigenen Aufzeichnungen gebracht haben. Der Legende nach badete sie im Blut der ermordeten Frauen, um ewig jung zu bleiben. Einmal übergoss sie ein junges Mädchen bei eisiger Kälte mit Wasser und erfreute sich mitanzusehen wie das arme Ding quälend zu Grunde ging: sie erstarrte sprichwörtlich zu einer Eissäule. Im Jahre 1611 wurde Báthory endlich gefasst und zusammen mit drei Dienerinnen und einem Diener verurteilt. Die Diener Johannes, Helena und Dorothea verbrannte man auf dem Scheiterhaufen bei lebenigem Leibe. Katarina, die verbliebene Dienerin, kam mit einer Gefängnisstrafe davon und  Erzsébet Báthory wurde in einen dunkeln Turm eingekerkert. Alle Fenster mauerte man zu. Nie wieder sollte die notorische Blutsäuferin Tageslicht erblicken. Kurz vor ihrem Tod begenete sie Greifenbach – er muss in der Gestalt einer Fledermaus in ihr Verlies hinein geschlüpft sein. Er war es, der sie zu einem Vampir machte. Zusammen wollten Sie das 1000-jährige Reich der Finsternis einleuten. Doch ich kam ihnen in die Quere und tötete Greifenbachs Geliebte.

„Dieses Mal wirst Du uns nicht aufhalten. So wie damals beim ersten Versuch der Wiedererweckung in Papua!“ zischt mich Greifenbach an.
„Ich wusste gar nicht, dass ich dich schon einmal aufgehalten hatte. Damals war nur der Hohepriester der Menschenfresser-Pygmäen mein Ziel. Dennoch war es mir eine Freude … AHHHH!“ weiter kann ich nicht sprechen, denn die kleinen Biester hacken mir wieder ins Fleisch.
„Ja, ja. Immer noch ganz der Alte. Sei nur weiterhin so frech. Es wird mir ein Fest sein, Dich umzubringen – und Deine Funny auch!“
„Das wagst Du nicht!“
„Ach ja?! Das werden wir sehen“
„Greifenbach, ich werde Dich aufhalten!“
„Das will ich sehen. MWHAHAHAHHAHAHIHIHHAR!“

Fortsetzung folgt …

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