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Sexy Buchtittel

April 23, 2008 · 1 Comment

Ich habe in ein paar freien Minuten für Euch neun sündige Buchtipps zusammengesucht, die schon aufgrund ihres Titels bei manchem Leser für feucht-fröhliche Stimmung sorgen werden. Viel Spaß beim Lesen.

Zur Vergrößerung der Bilder auf die Thumbnails klicken.

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9/11 in Bildern

April 15, 2008 · No Comments

© Sid Jacobsen, Ernie Colón 2006

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte: Vor kurzem erschien bei Panini Comics die Comic-Adaption des 9/11-Abschlussberichtes der “National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States” auf Deutsch. Verantwortlich für den Comic sind Sid Jacobsen und Ernie Colón. Die beiden haben ein mitreißendes Werk geschaffen, welches den faktenreichen Bericht originalgetreu widergibt. Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Umsetzung kitschig oder gar naiv. Das Duo hat das Kunststück fertiggebracht den Ansprüchen des Comic und der Geschichtsschreibung gerecht zu werden.

Am Anfang steht eine detaillierte Zeitachse, die die Geschehnisse rund um die vier entführten Flügzeuge packend und zeitlich parallel illustiert. Anschließend werden die terroristischen Vorbereitungen der Attentäter rekonstruiert und aber auch politische Versäumnisse der Vergangenheit gezeigt. Dabei zeichnen Jacobsen und Colón auch eine relativ genaue Biographie von Al-Qaida-Chef Bin Laden und seinem Weg zum meistgesuchten Verbrecher der Welt. Kritisch werden auch die Ereignisse und Taten der Bush-Administration nach dem 11. September beleuchtet. Passend dazu fällt das wie ein Schulzeugnis aufgebaute Berichtergebnis äußerst durchschnittlich aus. Einmal nachsitzen bitte! Doch dieses Urteil gilt nicht für den Comic - ganz im Gegenteil:

“Noch nie zuvor habe ich etwas gelesen, das eine derartige Klasse besitzt und so überzeugend geschrieben und illustriert ist wie THE 9/11 REPORT: DIE COMIC ADAPTION. An diesem Buch muss sich künftig jedes Werk über zeitgenössische Geschichte messen lassen und es sollte in Schulen und Bibliotheken zur Pflichtlektüre werden”, urteilt Comic-Altmeister Stan Lee. Don’t make any mistake - he’s absolutly right.

THE 9/11 REPORT: DIE COMIC ADAPTION
von Sid Jacobson und Ernie Colón

Zum Schluss noch etwas …

für Audiophile:

>> Interview mit dem Autorenduo Jacobsen/Colón

und für Verschörungstheoretiker: Manchmal ist die Fiktion der Wirklichkeit voraus. Auch die Bilder von 9/11 - längst zu Ikonen der Medienwelt geworden - gab es schon vor 2001. In “The Dark Knight returns” (1986) von Frank Miller gibt es eine Szene, die zeigt, wie ein Flugzeug in einen Wolkenkratzer kracht. Mit erschreckender Ähnlichkeit zu den realen Bildern, die allerdings erst 15 Jahre später entstanden.

Aus Platzgründen sind die drei entscheidenden Panels aus “Dark Knight” neu zusammengefasst, die Reihenfolge entspricht aber dem Original:

Bilderfolge aus Frank Millers \

© Frank Miller 1986

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Der tägliche Calvin

April 14, 2008 · No Comments

© by Bill Watterson

Zu früh im Büro? Schlechte Laune? Müde? Oder einfach nur Lust a bisserl zu Lachen? Dann sind “Calvin und Hobbes” genau das richtige Mittel zur Zerstreuung. Hier ein paar Links für kleine Jungs, Mädchen und Tiger:

>> Clavin and Hobbes comic on GoComics.com

>> Deutsche Calvin und Hobbes Fansite

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Horrorzimmer

März 19, 2008 · No Comments

frankenstein_room.jpg

Mark Dion
Frankenstein in the Age of Biotechnology, 1991
Installation ca. 6 x 4 m
(Museum am Ostwall, Dortmund)

Dieses Abbildung auf meinem Harenberg Kalender “Kunst 2008″ begeistert mich schon seit gestern, darum habe ich es erst auch heute abgerissen, in meinen PC gestopft und auf meinen Blog gestellt. Warum es mir so gefällt? Es zeigt, dass ich meine Wohnung doch nicht aufräumen muss, denn noch ist sie nicht nicht chaotisch genug fürs Museum. Mwhahagagaga - Ja, das ist ignorant. Aber das denkt vermutlich jeder nach der ersten Betrachtung dieses Kunstwerks. Frei nach dem Motto “Das kann ich auch!” wird anschließend nicht einmal mehr ein zweiter Blick gewagt. Doch bei einer solch oberflächlichen Betrachtung kann einem einiges entgehen - nicht zuletzt ein von tiefem Verständnis geprägtes, sublimes Schmunzeln.

Dazu Dr. Kurt Wettengl, der Direktor des Museums am Ostwall in Dortmund:

“Die Frage der Systematisierung der Naturerkenntnisse von der Naturgeschichte bis zur modernen Naturwissenschaft, von der Renaissance bis heute, ist eines der Themen des amerikanischen Künstlers Mark Dion. Damit eng verbunden ist die frage der naturbeherrschung des Menschen.

Die Installation >> Frankenstein in th Age of Biotechnology<< verbindet den Mythos der historischen Romanfigur Mary Shelleys aus dem frühen 19. Jahrhundert, die mit der erschaffung eines künstlichen Wesens großes Elend über die Menschen bringt, mit aktuellen Debatten über Gentechnologie.

Nahezu alle Objekte der über 700 Einzelteile enthaltenden Installation verweisen auf die Aneignung der Natur durch den Menschen: Beim Spielen mit Kuscheltieren, bei der Jagd, bei genetischen Eingriffen in die natur. Frankenstein selbt warnt in einem fiktiven Zeitungsinterview vor den Folgen einer Wissenschaft, die einzig dem Prinzip der Machbarkeit folgt.

Die Installation ist geheimnisvoll und erzählerisch, vielschichtig und tiefgründig. Deshalb gefällt sie mir beim Gang durch unser Haus immer wieder.”

Aha! Bleibt nur noch zu sagen: Traue niemals dem ersten Eindruck! Es lohnt sich.

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9 Seiten für die 9. Kunst

März 5, 2008 · No Comments

lesefutter.jpg

Comics können weit mehr sein als die bloße Aneinanderreihung bunter Bildchen mit Sprech- und Denkblasen. In den Händen eines Meisters kann diese Literaturgattung zur so genannten neunten Kunst werden. Doch leider haben Comics dann immer noch ein Manko: egal wieviele Seiten sie umfassen, Comics sind immer viel zu schnell ausgelesen. Da kann der eigentlich schöne Moment des narrativen Abschlusses einer Geschichte zum Horror des Freaks werden. Denn der braucht jetzt frisches Futter. Und zwar ganz, ganz schnell. Für einige wird die “Comicsucht” so schnell zu einem ernsthaften, finanziellen Problem. Also, woher nehmen, wenn nicht stehlen?!

Zum Glück gibt es ja die schöne Neue-Medien-Welt mit dem Internet als Flagschiff. Hier findet man seitenweise (und ganz legal) komplette Comics zum Schmökern. Aber natürlich ist das nur etwas für den Notfall. Denn das liegt auf der Hand: Comics sind in Papierform immer noch am schönsten.

Kostenloses Comic-Lesefutter im WWW

>> VERTIGO No. 1 Issues
Klassiker aus der Feder von Alan Moore, Neil Gaiman, Bill Willingham und anderen Heroren der modernen Comickultur.

>> MARVEL Digital Comics
Superhelden-Comics u. a. von den legendären Superstars Stan Lee und Jack Kriby. Echt Super!

>> IMAGE Online Comics
Hier gibts die besten Bestien aus dem Hause von Todd McFarlane, Jim Lee und Marc Silvestri.

>> HANAMARU WEEKLY Cybermanga
Das erste Manga-Magazin von die Web-Welt von Profis für Fans.

>> PEANUTS Website
Kleine feine Comicstrips von Charles M. Schulz.

>> UNSPEAKABLE VAULT (of Doom)
……….!

>> BÉRU’S DISNEY COMICS FAN PAGE
Klassisches von Carl Barks, Al Taliaferro und natürlich Walt Disney.

Weitere Surftipps

>> D.O.N.A.L.D.
Homepage der Deutschen Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus

>> SWEET ANIME
Sayonara Copyright: An dieser Stelle kann man alle populären Animes aufnehmen, sammeln oder gleich angucken.

Bonus-Surftipp

>> FREE COMIC BOOK DAY
Das ist auch eine Möglichkeit kostenlos an Comics zu kommen: Der nächste “Free Comic Book Day” ist am 3. Mai 2008.

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Ein Tag im Museum

März 2, 2008 · No Comments

Der Sturm “Emma” rast über Düsseldorf hinweg wie eine Furie. Es pfeift und windet im Gebälk des netten Altbaus von meiner einer. Was kann ich tun, um die destruktiven Kräfte der Natur möglichst konstruktiv zu nutzen?! Fernsehgucken? - Nö, zu langweilig. Playstation? - Ach nee, für die Bestien und blutige Headshots in Resistance bin ich gerade nicht genug in Kampfeslaune. Für Kino ist es noch zu früh, außerdem war ich erst am Freitag in “No country for old Man” (übrigens: unbedingt ansehen!!!).

Bleibt also noch das Museum. Doch welches? In Düsseldorf gibt es schließlich eine ganze Menge interessanter Kulturangebote. “Kunst im Tunnel”, das Neanderthaler-Museum und natürlich sind da noch das K21 und K20. Letzteres schließt übrigens Ende April wegen Renovierungs- und Ausbauarbeiten. Für eine Zeitspanne von anderthalb Jahren werden zahlreiche Werke u. a. von Picasso, Ernst, Beckmann, Beuys, Lichtenstein und Richter nur in den Austellungskatalogen zu bewundern sein. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung zu Gunsten des K20 und den aktuellen Ausstellungen von “Idris Khan” und “Ein Blick zurück”.

Idris Khan - Every …

Die präsentierten Werke des jungen britischen Künstlers (* 197 8) Idris Kahn beeindrucken durch ihre gigantischen Ausmaße und technische Perfektion. Furios legt Khan beispielsweise mehrere Werke des italienischen Meisters Caravaggio in Halbtransparenzen übereinander. Das Bild mit dem Titel “Die letzten Jahre” zeigt ein wildes Gewirr aus Körpern, Dunkelheit und Licht, dessen Bildzentrum hell erstrahlt. Bei der Betrachtung des Bildes ertappte ich mich, wie ich zwanghaft versuchte einen tieferen Sinn im Dargestellten zu suchen. Stellt es mit dem hellen Zentrum etwa eine Variante des “Lichts am Ende des Tunnels” dar und verweist damit auf den bevorstehenden Tod? Das würde doch passen im Hinblick auf den Titel. Oder soll es einfach nur sein? Ich fühlte mich wie ein naives Kind, das in den Formen von Wolken auch immer ihm Vertrautes wie Gesichter sucht und erkennt. Verwirrt und grübelnd trat ich meinen Gang in die Austellung “Ein letzter Blick” an. Bei der Klassischen Moderne weiß man zumindest, was man hat und sieht. Oder?!

ikhan_finalyears.jpg

Idris Khan: Caravaggio … The Final Years, 2006
Digital C-Print auf Aluminium
257 x 173 cm
© Idris Khan, 2007

Meisterwerke der Moderne - Ein letzter Blick

Ah, wie schön, da hängen sie also, die alten Meister. Also nicht die Meister selbst, sondern deren grandiosen, z. T. monumentalen Werke. Roy Lichtensteins “Big Painting No. 6″ zum Beispiel. Das 233 x 328 cm große Gemälde zeigt in bester Pop-Art und Weise den Pinselduktus schmierig-dicker Ölfarbe. Allerdings ist das Werk selbst durch einen lasierenden, flächigen Farbauftrag entstanden. Im offiziellen Museumsführer spricht man von “Selbstreflexion des Bildes mit malerischen Mittlen” - aha, jaja, so ist das. Schön sieht es dennoch aus.

bigpainting_no6.jpg

Roy Lichtenstein: Big Painting No. 6, 1956
Öl und Magna auf Leinwand,
233 x 328 cm

Wie man sieht, lohnt es sich also definitiv, die beiden Ausstellungen in Düsseldorf zu besuchen. Und zum Beweis möchte ich noch eine kleine Geschichte aus der Antike zum Besten geben, die ich während meines Studiums gehört hatte und die ich in abgewandelter Form bei meinem heutigen Museumsbesuch selbst erlebte. Doch zuerst die antike Anekdote:

Es gab einmal einen Wettstreit zwischen drei verschiedenen Malern. Jeder von Ihnen glaubte der Beste unter den Besten zu sein. Um zu klären, wer es denn nun wirklich sei, riefen sie die Weisen hinzu. Die Aufgabe, deren Lösung den Streit beenden sollte, bestand darin, ein Schale mit frischem Obst zu malen. Die drei Meister begaben sich sofort ans Werk und schon nach wenigen Wochen kamen sie alle wieder zusammen. Der Vorhang des ersten Bildes wurde aufgezogen und zum Vorschein kamen die herrlichsten Früchte, die man sich nur vorstellen kann. “Das ist der Sieger”, riefen Jujoren verzückt. Doch als sie das zweite Bild sahen trauten sie ihren Augen kaum: die Früchte auf dem zweiten Bild waren sogar noch herrlicher und “echter” als die echten Vorlagen. Das einzige, was störte, war der Vorhang, der den Blick auf das Meisterwerk störte. “Schiebt den Vorhang zur Seite, wir wollen das Bild bestaunen!” “Das geht nicht, meine Herren”, entgegnete der zweite Künstler mit einem Lächeln, “denn auch den Vorhang habe ich gemalt!” “Donnerwetter, dann seid Ihr der Sieger des Wettstreits. Denn wer es schafft unsere Augen zu täuschen, der ist wahrlich der Meister der Meister!” Nur des Anstands wegen waren die Weisen anschließend noch bereit das Bild des dritten Künstlers anzuschauen. Und als sein Bild enthüllt wurde, kamen sogleich zahlreiche Vögel geflogen und versuchten die gemalten Köstlichkeiten zu picken. Nun stand der Sieger des Wettstreits endgültig fest: Nur der dritte Künstler konnte zum größten Meister erklärt werden, denn er hatte nicht nur die Augen der Meister genarrt, sondern auch die Natur so perfekt imitiert, dass selbst die Tiere seine Kreation für echt hielten.

So wie auch die Weisen, ließ ich mich von meinem Verstand beirren oder besser: mein Unverstand wurde einmal mehr sichtbar. Ich betrachtete nämlich ein Blumen-Bild von Gerhard Richter, welches zwischen zwei abstrakten, von großzügigen Farbflächen dominierten Bildern hing. “Schön, da hat der tolle Künstler also mal ein Foto gemacht. Hübsch!” Doch bei näherem Hinsehen, erkannte ich, dass es tatsächlich gemalt war. Und so hatte mich zum ersten Mal ein Bild genarrt. Chapeau!

Wer mir nicht glaubt, soll selber sehen. Ich kann es jedenfalls nur jedem raten, sich noch bis Ende April die Ausstellung anzusehen. Für so vielschichtige Könner wie Miró oder Altenbourg lohnt sich schließlich immer ein Gang nach Düsseldorf - auch für Kölner ;)

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Dreiecksbeziehung

Februar 19, 2008 · 1 Comment

dreiecksbeziehung.jpg

Dieses Bild nahm ich vor fünf Tagen auf. Warum? - Weil es mir gefällt und Kunst bleibt Kunst bleibt Kunst.

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Des Schauermärs zweiter Teil

Januar 27, 2008 · No Comments

>> Die Vorgeschichte “Das Schicksal des Branko Mei” lesen

Der Tod des Branko Mei

Traurig steht er da, der Mörder Branko Mei
Mit der rostigen Klinge in der Brust, oh wei!
Selbst ermorden wollt er sich, ach oh weh,
Doch sein steinern Herz stoppte die Klinge jäh.

Es ist die Waffe, mit dem er erstach das Mädelein
Welches Rosmarie geheißen und jetzt blutet fein.
“Ach hätt’ ich doch nur diese Maid nicht umgebracht
Dann müsst’ ich auch nicht büßen in dieser Nacht.”

So spricht er leidend und voller düstrem Gram
Er hofft mit aller Kraft, dass sich Gott erbarm’.
Doch der tut es nicht und schickt stattdessen
Eine Gruppe süßer, hübscher Stewardessen.

Der Anblick erweckt die Liebe in des Mörders Brust
Und lässt sein hartes Herz erweichen Dank der Lust.
Da greift er zu, will sie mit seinen behaarten Armen
Liebevoll, gar zärtlich und charmant umgarnen.

Aber Sie wehren sich und so findet das Messer doch -
Sein Ziel und sticht in Meis erweichtes Herz ein Loch.
Brankos Lebenszeit verrinnt so schnell wie Sand im Siebe
Getötet hatte ihn ausgerechnet ein Moment der Liebe.

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Ein super Cartoon für den Abend

Januar 23, 2008 · No Comments

Superman - 1941 Cartoon

Dies ist die erste Superman-Episode der bekannten Zeichentrickserie von Max Fleischer (Produzent).

If this Video doesn’t work please visit archive.org.

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Miezen, Blei und Blut

Januar 22, 2008 · No Comments

hardboiled.jpg

© Frank Miller and Geof Darrow

Der Hardboiled detective ist ein Asphaltcowboy, nur den eigenen Vorstellungen von Recht verpflichtet. Er hat eine illusionslose bis zynische Sicht auf die Welt, nimmt keine Rücksicht auf geltende Gesetzesnormen, macht unbedenklich von der Schusswaffe Gebrauch und lebt in latentem oder offenem Konflikt mit der Polizei. Er bevorzugt hochprozentige Getränke, als Mann ist er sexuellen Abenteuern deutlich zugeneigt, hat jedoch gleichzeitig ein vergleichsweise hohes Maß an Frauenverachtung. (Quelle: Wikipedia; Stand 22. Januar 200 8)

Dieses Genre der amerikanischen Kriminal- und Pulp-Literatur ist eng verknüpft mit dem Namen Mickey Spillane (”Mike Hammer”), Raymond Chandler (”Philip Marlowe“) und Dashiell Hammett (”Sam Spade”). Die von diesen Autoren geschaffenen Helden “glänzen” durch ihre Brutalomethoden und ihre Machoattitüden. Es sind also ganz normale Männerfiguren wie Du und ich. :)

Auch in der Welt der Comics hat der “hardboiled detective” ein Zuhause gefunden. Gerade die von Frank Miller 1991/92 mit “The hard Goodbye” begonnene Comic-Serie “Sin City” ist das Musterbeispiel für eine gelungene Umsetzung des insbesondere auch durch die “Film Noir” geprägte Bildsprache des Genres. In harten Schwarzweiß-Kontrasten bebildert Miller die Aktionen seiner holzschnittartigen Charaktere und lässt den Leser dabei tief in die düstere Welt der Gangster und Skrupellosen eintauchen. Die Geschichte um den miesen Schläger Marv war so erfolgreich, dass noch weitere Geschichten und sogar ein Kinofilm folgten.

Sogar noch vor Sin City kreierte Miller zusammen mit dem Zeichner Geof Darrow die satirische Science Fiction Crime Story “Hard Boiled”. Die Geschichte dreht sich um einen Typen namens Nixon bzw. Carl Seltz oder auch Carl Burns - so genau weiß der Protagonist das selbst nicht. Fest steht nur, dass sein neuer Auftrag ihn zu einer alten Frau führt, die offenbar schuldig der Vorspiegelung falscher Tatsachen ist. Damit konfrontiert nimmt die Oma scheinbar ein Kind als Geisel und eröffnet das Feuer. Nach vielen Explosionen und noch mehr Verbrennungen später erwacht Seltz alias Burns oder Nixon ohne Haut und Fleisch, dafür aber als Roboter wieder. Seine Antwort darauf: “What the heck’s going on? I thought I was a normal guy! I can’t go back to the wife and kids looking like this.” Tja, der Mann hat Probleme …

Wem diese Geschichte nun etwas dünn erscheinen mag (sie basiert übrigens auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick), liegt nicht ganz falsch. Dennoch ist “Hard Boiled” eine humorige Unterhaltung und Bereicherung für jeden, der den Widrigkeiten des Alltags stets mit einer großen Portion Zynismus begegnet. Das Highlight dieses Comics sind aber die äußerst detaillierten und von Action druchfluteten Zeichnungen Darrows. Selten zuvor und auch nicht mehr allzu oft nach “Hard Boiled” hat man solche druchgearbeiteten und liebevoll gestalteten Zeichnungen gesehen. Es scheint so, als ob jedes Schräubchen und Metallstück, welches aus den explodierenden Autowracks und zerplatzenden Körpern fetzt, originalgetreu abgebildet wird. Für manche sind derlei Szenen Zucker für die Augen für andere dagegen ist die damit verbundene Gewaltdarstellung ein hervorragendes Brechmittel. Die “Mutigen”, die sich dennoch trauen, diesen Comic einmal durchzublättern können sich auf 128 Seiten feinste “Hard boiled”-Action freuen.

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