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Remix als Kennzeichen der modernen Kultur

Dezember 3, 2007 · 3 Kommentare

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Der Kopierer – die Horrer-Zukunftsvision kreativen Schaffens

Viele selbsternannte Kreative wünschen sich große Kampagnen zu entwickeln. Doch ihr Handeln steht im krassen Widerspruch zum proklamierten Anspruch nach Originalität. Da man sich ein „echtes“ Fotoshooting „an dieser Stelle nicht leisten“ kann oder eher will, greift man gerne auf istockphoto, Getty Images, fotolia und Co. zurück. Dort kann man sich schließlich ganz bequem eine Reihe von Fotos und Illustrationen herunter laden. Manche nennen dieses Vorgehen „Konzeption“. Lachhaft! Es spricht ja nichts dagegen, dass man, um Kunden einen Eindruck von dem möglichen Endprodukt zu vermitteln, auf Stockphotos zurückgreift. Aber doch bitte nicht ausschließlich und schon gar nicht aus Bequemlichkeit. Es nervt einfach unheimlich, wenn man sieht, wie absolut talentierte Kreative aus Mangel an Einsatzwille lieber zum Plagiator werden, als etwas Neues zu kreieren. Zumindest ein höheres Maß an Selbstkritik und Ehrlichkeit wäre in manchen Situationen wünschenswert. Denn nichts ist peinlicher als sich mit fremden Lorbeeren zu schmücken – besonders dann, wenn Kollegen einem für diese Fremdleistungen auch noch begeisteres Lob aussprechen.

Aber nicht nur aus Gründen der Integrität sollte man den Anteil von Fremdkreationen in der eigenen kreativen Arbeit möglichst vermeiden. Denn auf Dauer wirkt sich ständiges Zitieren bzw. neudeutsch „Remixen“ negativ auf die eigene kreative Leistungsfähigkeit aus. Ein Beispiel: Um für einen Kunden eine Illustration anzufertigen, wurde diverses Stockmaterial gesichtet und nach geeigneten Motiven durchsucht. Die Suche gestaltete sich schwierig und war einigermaßen ergebnislos, bis wir auf die Idee kamen, einfach die benötigten Szenen selbst nachzustellen. Und genau das taten wir dann auch. Der Clou dabei ist übrigens, dass die Motiv-Vorlagen dabei nicht nur viel lebendiger und besser wurden, auch die Produktionszeit verkürzte sich. Dieses Beispiel zeigt, dass „Selbstgemachtes“ sich gleich in mehrfacher Hinsicht auszahlt: die Erstellungszeit verkürzt sich, da die nervige Suche nach geeigentem Stockmaterial entfällt, die Produktion macht viel mehr Spaß und das Ergebnis ist wirklich originell – in jeder Hinsicht. Zudem war in diesem Fall sogar die Produktion billiger als das oftmals billige aber nicht immer preiswerte Stockzeug!

Gute Qualität muss also nicht unbedingt teurer sein, sie erfordert lediglich ein gewisses Mehr an kreativem Eigeneinsatz. Doch nicht nur die Werbe- bzw. Kommunikationsdienstleistungsbranche ist von der Seuche der der Remix-Sucht befallen. Auch im Bereich von Literatur, Musik und Film vertraut man lieber auf erprobte Strickmuster und produziert Neuinterpretationen von Erfolgsrezepten. Ist dies das Ende der Kultur? Wohl kaum. Bekanntlich kam es im Laufe der Geschichte immer wieder zu Hommagen, Revivalen und Remakes – also mit anderen Worten zum Kopieren von Bewährtem. Auch große Künstler wie Pablo Picasso und Francis Bacon haben alte Meister kopiert, um ihren Stil zu studieren und selbst besser zu werden. Im Prinzip ist kopieren also nicht schlimm, solange der ursprüngliche Ersteller genannt wird und man sich nicht selbst als Erfinder rühmt. Schließlich muss man ja nicht immer das Rad neu erfinden, aber man sollte es wenigstens versuchen und mit einem hohen Anspruch arbeiten auch wenn es manchmal mühsam ist. Genau dies ist aber die Krux in Zeiten von istockphoto und Photoshop: es macht das Kopieren und Zusammenfrickeln viel zu leicht und lässt mittelmäßige Arbeiten mit geringem Aufwand viel zu gut aussehen. Der Fortschritt der technischen Hilfsmittel trägt jedoch nicht die Hauptverantwortung am Niedergang kreativer Vielfalt. Nein, es ist nach wie vor die Faulheit des Menschen Neues zu schaffen.

Ob beim Hip Hop, in der bildenden Kunst, beim Film oder eben in der Werbung – überall sitzen ideenlose Phlegmatiker, die sich feige auf die „Zwänge des Geschäfts“ berufen und liebend gerne Durchschnittliches erstellen. Das muss aufhören. Denn was wird vom kulturellen Schaffen unserer Generation zurück bleiben, wenn wir ständig nur Vergangenes zitieren anstatt uns von ihm inspirieren zu lassen? Jedenfalls nichts wirklich eigenes und das wäre doch echt langweilig.

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Ein Remake geht noch

Juli 13, 2007 · Kommentar schreiben

Nicht nur die Werbung kupfert gerne ab, auch die Kunst greift gerne bewährte Strickmuster auf, z. B. die Foo Fighters mit „Big me“

und hier ihre Inspirationsquelle:

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Noch ein Remake

Juli 12, 2007 · Kommentar schreiben

Dieser Spot für Bondex greift auf einen Gag aus der „Eiszeit“ zurück – witzig ist er dennoch.

und hier noch einmal das Original: der Ice Age Trailer

Update: da YouTube den Ice Age Trailer gelöscht hat, müsst Ihr ihn eben jetzt auf Clipfish.de anschauen.

Kategorien: Advertising · Culture
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Trash reloaded

Juli 1, 2007 · 1 Kommentar

A few weeks ago I mentioned the risk of doing a remake or a sequel of an already successful product. The result often suffers from a lack of creativity and could damage the great original (e. g. The Matrix series). The best „protection“ for a movie or popsong from being „reloaded“ is bad quality in the first place. At least one could think like that. But after I saw this music video of the wanna-be-famous boyband US 5, i’m afraid of what else will torture us in the future. These guys really copy the sounds of the Backstreet Boys. The original already sucked but the „remake“ … well, is even worse. This proves that high quality isn’t anymore necessary to copy a product.But have a look by yourself and see how the worst becomes even worse. That’s trash reloaded.

US 5 – The rythem of life

Backstreet Boys – Larger than life

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Fluch der Fortsetzungen

Juni 4, 2007 · 2 Kommentare

Sequels sucks – dieser Ausspruch kommt nicht von ungefähr. Denn allzu viele, teilweise brillante Geschichten werden, sobald sie sich an der Kasse bewährt haben, mit Fortsetzungen weichgespült und kaputt gemacht. Ein echter Filmconnoisseur belächelt selbstverständlich mitleidig diesen plumpen Beutelschneiderei-Versuch (alias „Georgelucasmanie„) der Studios. Doch leider gibt es immer noch viel zu viele treudoofe Kinogänger. Diese bestärken durch ihren unkritischen Filmkonsum die Filmindustrie, das Publikum auch weiterhin mit Schrottfilmen wie Form Dusk Till Dawn 2 oder Jaws 3 zu beleidigen. Bei dieser ganzen Sequelssucht besteht immer die Gefahr, dass ursprünglich tolle Filme nachträglich noch zerstört werden. So geschehen fast bei Martix oder Rocky. Natürlich gibt es auch positive Beispiele für Sequels, bei denen die Fortsetzung sogar das Original fast überstrahlt, z. B. James Bond – Liebesgrüße aus Moskau, Terminator 2 oder Alien 2. Aber in der Regel sind Fortsetzungen mit Vorsicht zu genießen.

Dies gilt auch für die Serie Fluch der Karibik/Pirates of the Caribbean. Der erste Teil Curse of the Black Pearl war ein echtes Meisterwerk des Popcorn-Kinos. Eine durchdachte Story, wunderschöne Schauplätze, atemberaubende Stunts und großartige Darsteller machten diesen Film zu einem modernen Klassiker. Nach dem leicht verkorksten zweiten Teil Dead Man’s Chest liefen letzte Woche endlich auch in Deutschland zum dritten Mal Captain Jack Sparrow und seine Crew in die Kinos ein. At World’s End ist kein schlechter Film, aber bei weitem nicht so gut wie er hätte sein können bzw. sein sollen. Speziell das Ende ist ein wenig enttäuschend, da das erhoffte Happy End nicht eintritt. Der Held „schenkt“ seiner Angebeteten zwar sein Herz, doch warum nur muss er das so wortwörtlich nehmen?! Wer den Abspann noch abwartet, wird mit einem etwas versöhnlicheren Ende belohnt. Dennoch erreicht der dritte Teil nicht die Klasse des Originals und bleibt mindestens eine Schiffslänge zurück. Daran ändert auch der äußerst sehenswerte Auftritt von Keith Richards nichts. Bleibt zu hoffen, dass dies wirklich der letzte Film der Reihe gewesen ist. Denn die Geschichte hätte es einfach nicht verdient, Opfer des Sequelsfluch zu werden und in den Untiefen der Belanglosigkeit zu versinken.

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